Einleitung – Und täglich grüßt die Ausländerbehörde
Wieder einmal stand ein Termin bei der Ausländerbehörde in Dingolfing an. Dezember 2022. Adventszeit. Besinnlichkeit. Nächstenliebe. Bürokratie.
Wir erschienen geschniegelt und geschniegelt mit:
- biometrischen Passbildern (natürlich)
- Anmeldebestätigung für noch einen Deutschkurs
- Prüfungstermin für die Deutsch A1 Prüfung beim Goethe-Institut München
Kurz gesagt: Wir hatten alles dabei, was ein moderner Antragsteller braucht, um trotzdem abgelehnt zu werden.
Logik? Nein, danke.
Wieder einmal erklärte man uns mit bewundernswerter Konsequenz, dass ohne bestandene A1-Prüfung keine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt werden könne.
Punkt. Aus. Ende. Diskussion zwecklos.
Kleines Detail am Rande:
Meine Frau arbeitet seit April 2022 durchgehend.
Sie zahlt Steuern.
Sie zahlt Sozialabgaben.
Sie hat sogar ein Nebengewerbe angemeldet, arbeitet selbstständig, erwirtschaftet Einkommen und trägt aktiv zum deutschen Wohlstand bei.
Aber klar – ein Mensch ohne A1-Zertifikat kann unmöglich integriert sein.
Das wäre ja absurd.
Als Sahnehäubchen obendrauf verlangte man außerdem eine ausführliche Bescheinigung der Krankenkasse, dass sie auch wirklich sozialversicherungspflichtig beschäftigt sei.
Ich meine:
Die Behörde hat alle Gehaltsabrechnungen.
Sie kennt den Arbeitgeber.
Sie kennt die Versicherungsnummer.
Aber vermutlich gilt in Deutschland:
Vertraue niemandem – vor allem nicht deinen eigenen Akten.
Der Prüfungstag – Wenn der Himmel selbst kündigt
Der Prüfungstermin war für den 18.12.2022 angesetzt.
An diesem Tag beschlossen die Wolken kollektiv:
„Heute nicht, Deutschland.“
Eine biblische Schneekatastrophe ergoss sich über Bayern, insbesondere über die A92 bei Freising.
Wir wendeten, fuhren heim – und informierten pflichtbewusst das Goethe-Institut.
Antwort:
Keine Rückerstattung.
Natürlich nicht.
Denn: Schnee ist in Bayern bekanntermaßen ein völlig unerwartetes Naturphänomen.
Das Goethe-Institut – Subventionierter Hochadel der Sprachprüfung
Das Goethe-Institut, dieser staatlich üppig gepamperte Verein, glänzt bekanntlich durch:
- Eitelkeit
- Arroganz
- Realitätsferne
Am Prüfungstag galt dort noch immer:
- Antigen-Schnelltestpflicht
- Maskenzwang
- Kein Zutritt ohne medizinisches Theater
Während:
- öffentliche Verkehrsmittel
- Sportveranstaltungen
- Konzerte
längst wieder normal liefen.
Offensichtlich hat man dort die letzten Monate in Quarantäne verschlafen.
Fazit:
Nie wieder Goethe-Institut.
Rettung: Telc in Deggendorf
Also: Plan B.
TELC-Prüfung in Deggendorf.
- Anmeldung? Problemlos.
- Freundlich? Ja.
- Menschlich? Überraschenderweise ebenfalls.
Prüfungstermin: 18.01.2023.
Nächster Termin bei der Ausländerbehörde: Ende Februar 2023.
Man darf also gespannt sein, welche neuen Ausreden diesmal aus dem Hut gezaubert werden.
Vielleicht brauchen wir noch:
- eine Haaranalyse
- einen Bluttest
- einen DNA-Abgleich mit Goethe persönlich
Fazit – Exit-Strategie läuft
Eines ist jedoch absolut sicher:
In vier Jahren heißt es für uns: Good bye Deutschland.
Nicht aus Wut.
Nicht aus Trotz.
Sondern aus purer Selbsterhaltung.
Denn irgendwann ist auch die leidensfähigste Geduld am Ende.
Und irgendwo da draußen wartet ein Land,
in dem Formulare nicht wichtiger sind als Menschen.