Probleme bei der Beschaffung von Dokumenten

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Das alles hört sich so logisch und simpel an – aber in Wirklichkeit ist es ein Spießrutenlauf. So ein bisschen wie „Schnitzeljagd“, nur ohne Spaß, ohne Preis und mit deutlich mehr Stempeln.

Haushaltsregister (Hukou), Heiratsurkunde, Auszug aus dem Familienstandsregister und Scheidungstitel sind nicht das Problem. Natürlich nicht. Das wäre ja zu einfach. Die Geburtsurkunde hingegen hat Sorgen bereitet – weil irgendein Dokument in dieser Geschichte immer die Rolle des Endbosses übernehmen muss.

DongMei bat zunächst ihre Schwester, ihr die Dokumente zu besorgen, da diese noch in der Nähe ihres Geburtsortes lebt. Und tatsächlich: Einige Tage später trudelte die Urkunde in Nanning ein. DongMei ging mit allen Dokumenten zu einem Bezirksnotar. Der war mit allem restlos überfordert. Erst hieß es, dass eine ungültige Heiratsurkunde nicht beglaubigt werden könne. Problem Nummer zwei: Auf der Geburtsurkunde fehlten die Namen der Eltern – und damit könne man sie ebenfalls nicht beglaubigen. Denn ohne Eltern ist man bekanntlich rechtlich gesehen wahrscheinlich eine spontane Naturerscheinung.

Also ab zum nächsten Notariat. Diesmal ein wenig professioneller. Dieser Bezirksnotar bot ein Full-Service-Paket an: Beglaubigung, Übersetzung und anschließende Überbeglaubigung durch das zuständige Amt für auswärtige Angelegenheiten. Klingt super – wie ein All-inclusive-Urlaub, nur mit Papierkrieg statt Pool. Trotzdem blieb die Geburtsurkunde das Problem und konnte weiterhin nicht beglaubigt werden. Immerhin: Heiratsurkunde und der Rest wurden beglaubigt. Man nimmt, was man kriegt.

Also musste DongMei in ihren Heimatort fahren, die Sterbeurkunde ihres Vaters und den Ausweis ihrer Mutter mitnehmen, um die Geburtsurkunde neu zu beantragen. Diesmal wurden die Eltern eingetragen – welch sensationeller Fortschritt: biologischer Realismus in Dokumentenform. Zurück zum Notariat, und endlich konnte alles beglaubigt werden.

Der letzte Schritt war nun die Legalisierung durch das deutsche Konsulat in Guangzhou.

Ich kontaktierte das Konsulat und fragte, ob man dafür einen Termin brauche. Man sagte mir, man könne zu den normalen Geschäftszeiten einfach kommen. Das hörte sich prima an. Fast schon zu prima. So prima, dass man sofort weiß: Da kommt noch was.

 
 

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