Es geht bald zurück …

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Ja, richtig gelesen. Es geht zurück nach China. In… zweieinhalb Wochen.
Also keine Panik, liebe Mitlesenden – wir wandern nicht direkt aus, wir machen erstmal Urlaub. Drei Wochen. Nur drei.
Quasi die Kurzzeittherapie für Fernweh, Nudelsuppenhunger und emotionale Grundreinigung in Sojasoße.

Meine Frau war seit fast zwei Jahren nicht mehr in ihrer Heimat.
Was in menschlichen Jahren vielleicht gar nicht so lang klingt, entspricht in „chinesischen Veränderungseinheiten“ ungefähr einer technologischen Evolution von Faxgerät zu Marsstation.

Kurz gesagt: Zeit, mal wieder nach dem Rechten zu sehen, schauen ob die Familie noch weiß, wie wir aussehen, und sicherstellen, dass niemand ihr WeChat-Profil gelöscht hat.

Ich selbst? Immer noch technischer Betriebsleiter eines großen Getränkeherstellers in Bayern.
Jawohl – ich leite Blubberwasser mit deutscher Gründlichkeit.
Aber: Vielleicht ist es an der Zeit, mal andere Blasen platzen zu lassen.
In letzter Zeit winkten da immer mal wieder ganz zufällig ein paar lukrative Angebote aus China.
Ich hab sie heldenhaft ignoriert – aus Loyalität, Pflichtgefühl und weil ich mich offensichtlich für einen sehr moralischen Nebencharakter in einem Wirtschaftskrimi halte.

Trotzdem… denkt man halt nach.
Denn während ich mir morgens mit einem Brezn-aufwärmenden Seitenblick auf SAP-Diagramme einbilde, dass das hier mein Platz ist, schielt meine Frau auf die Uhr – und die zeigt konsequent: „Zeitverschiebung, aber auch Lebensgefühlverschiebung.“

Deutschland ist… na ja… Deutschland.
Mülltrennung auf Weltmeister-Niveau, Winterdepression ab Werk, und eine unvergleichlich komplexe Steuererklärung.
Meine Frau? Kommt nicht richtig an.
Das ist keine Kritik – das ist eine deutsche Realität.
Und ich? Ich bin der interkulturelle Allrounder mit deutschem Pass und chinesischer Schwiegermutter.

Am Ende des Tages will ich einfach nur eins:
Dass meine Frau nicht das Gefühl hat, sie lebt in einem Dauerpraktikum bei der deutschen Bürokratie.
Wenn sie glücklicher ist in China – warum dann nicht?
Ich komme mit beiden Welten klar.
Hauptsache, sie fühlt sich nicht wie ein Pandabär in einem bayrischen Bierzelt.

Fazit: Wir fliegen bald los.
Für den Moment: Urlaub.
Für die Zukunft? Wer weiß.
Vielleicht ist das Leben ja wie eine Flugreise – mit zu viel Gepäck, zu vielen Entscheidungen, aber am Ende doch mit Aussicht auf einen Platz am Fenster.

 

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