Endlich war es soweit: Meine Verlobte hatte tatsächlich einen Prüfungstermin im Februar 2022 ergattert – dieser seltene Moment, in dem Bürokratie kurz so tut, als wäre sie funktional. Die Prüfungsgebühr von 1500 RMB wurde selbstverständlich sofort bezahlt, weil man bei solchen Gelegenheiten nicht zögert. Man weiß ja nie, wann sich das nächste Zeitfenster in diesem Abenteuerroman wieder öffnet.
Kurz vor dem Termin: Hotel reserviert, Zugtickets gekauft, alles geschniegelt, alles geplant – richtig erwachsen, richtig organisiert. Und dann kam die Nachricht vom Goethe-Institut: Alle Prüfungen bis auf Weiteres abgesagt, neue Termine? Können nicht vergeben werden. Corona hat mal wieder den Klassiker ausgepackt: „Ich bin zurück, Überraschung!“
Natürlich werden nur die Prüfungsgebühren erstattet. Hotel- und Fahrtkosten? Nein, nein – das sind dann wohl die „freiwilligen Zusatzspenden“ an die Reisebranche. Man soll ja auch irgendwas aus der Geschichte lernen. Zum Beispiel: Hoffnung ist teuer, Planung ist naiv, und Flexibilität ist Pflicht.
Also nun auch noch das…