Endlich kann das normale Leben weitergehen.

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Das Rennen um die Dokumentenbeschaffung beginnt…

Vier Wochen Quarantäne plus behördliche Schikane muss man erst mal psychologisch verdauen. In China kann man nämlich wirklich ein gutes Leben führen – solange man nicht aus Versehen in den Scheinwerferkegel der Behörden stolpert. Genau das passiert gerne bei der Rückkehr aus dem Ausland: plötzlich merkt man sehr anschaulich, wie hilflos eine Einzelperson gegenüber dem System sein kann. Das System ist allmächtig, hat immer recht und duldet weder Widerspruch noch Einspruch – außer natürlich in Form von stiller Resignation und korrekt ausgefüllten Formularen.

Wenn man sich brav systemkonform verhält und bloß nicht auffällt, ist China trotzdem ein wunderbares Land. Und ja: Abgesehen vom Staatssystem ist China extrem kulturreich, hat großartige Menschen, und dort zu leben ist immer noch eine Ehre. Man muss nur akzeptieren, dass man im Zweifel nicht Bürger ist, sondern eine Akte mit Puls.

Und kaum ist man wieder halb Mensch, startet schon der nächste Spaß: der Wettlauf mit den Behörden zur Beschaffung der notwendigen Dokumente für eine Heirat in Deutschland. Denn deutsche Behörden machen es einem bekanntlich besonders leicht, wenn ein Inhaber eines deutschen Passes einen visumpflichtigen Ausländer heiraten will. Kleiner Scherz. Sie machen es natürlich so kompliziert wie möglich – wahrscheinlich, damit die Liebe auch wirklich ernst gemeint ist.

Ich habe zunächst das hiesige Standesamt kontaktiert. Die zuständige Standesbeamtin reagierte auch prompt und überflutete mich mit Informationen – vermutlich aus einem Ordner namens „Eheschließung mit Ausländer: Version 14.7, Patchnotes unbekannt“. Ich habe danach nochmal selbst recherchiert und verifiziert, dass die Angaben stimmen. Denn so ein behördlicher Marathon hat null Fehlertoleranz: Ein falsches Wort, ein fehlendes Komma, eine Elternangabe zu wenig – und zack, darf man wieder von vorne anfangen. Romantik deluxe.

 
 

 

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