Nun ja – all diese beglaubigten, überbeglaubigten und legalisierten Dokumente sind natürlich nur für die Bestellung des Aufgebotes notwendig. Also quasi der „kleine Einstieg“ in die romantische Welt der Eheschließung: erst drei Wochen Papiergymnastik, dann darf man endlich einen Termin planen. Liebe muss schließlich geprüft, gestempelt und international beglaubigt werden – man weiß ja nie.
Wir haben DHL in Nanning beauftragt, die finalen Dokumente nach Deutschland zu senden. Kosten: ca. 70 Euro. Samstag Nachmittag wurde die Sendung abgeholt. Und natürlich gab es nur ein kleines Problem: DongMei hat meine alte Adresse eingetragen. Aber keine Sorge – in diesem Abenteuer darf Spannung ja niemals fehlen.
Zum Glück lese ich morgens nach dem Aufwachen als erstes ihre Nachrichten (weil man ja heutzutage nicht mehr Kaffee braucht, sondern Adrenalin). Mir fiel das sofort auf. DongMei hat den Postboten umgehend zurückgeordert – vermutlich per Telepathie oder mit einem dramatischen „Warten Sie!“-Moment wie im Film – und die Adresse konnte tatsächlich noch aktualisiert werden. Glück gehabt. Wieder einmal hat uns nicht das System gerettet, sondern reiner Zufall und schnelles Reagieren, also quasi der inoffizielle Standardprozess.
Am darauffolgenden Mittwoch Vormittag waren die Dokumente dann bei mir angekommen. Ein Lob an dieser Stelle an DHL: Wenn deutsche Behörden nur halb so zuverlässig arbeiten würden wie internationale Paketlogistik, wären wir längst verheiratet.